Sodbrennen/Reflux/Barrett/Speiseröhrenkrebs

Bei einer Refluxkrankheit kommt es zu häufigem oder starkem Sodbrennen.

Dabei steigt Magensaft in die Speiseröhre auf, weil der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig funktioniert.
Mit der Zeit kann sich die Schleimhaut am unteren Ende der Speiseröhre entzünden, selten auch verändern (Barrett-Ösophagus).

Die Häufigkeit von Refluxkrankheit in Deutschland wird mit einem Anteil zwischen 10 und bis zu 25 Prozent der erwachsenen Gesamtbevölkerung angegeben.

Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ist eines der häufigsten gastroenterologischen Krankheitsbilder und weit verbreitet.
Die Häufigkeit der Erkrankung ist in den letzten Jahren noch weiter gestiegen. Übergewicht, Kaffee, scharfe Gewürze, süße Speisen, Alkohol, Tabakrauch und Medikamente können den Reflux verstärken.

Das Spektrum der Beschwerden, neben dem typischen Sodbrennen, ist vielfältig. Häufig werden eher Atemwegsbeschwerden wie Reizhusten- bis hin zum Asthma bronchiale Räusperzwang, Fremdkörpergefühl, Schmerz im Brustkorb und hinter dem Brustbein, aber auch Oberbauchschmerzen und Schluckstörungen angegeben. Zur Diagnosesicherung ist eine Magenspiegelung (Speiseröhren-Magen- Dünndarmspiegelung) erforderlich.

Oft finden sich selbst bei leichten Beschwerden schwere entzündliche Schleimhautveränderungen der unteren Speiseröhre, oft mit einer Umwandlung der Speiseröhrenschleimhaut, die dann wie Schleimhaut in Magen bzw. Dünndarm aufgebaut ist (Barrettschleimhaut) mit einem erhöhten Risiko für einen Speiseröhrenkrebs (Barrett- Karzinom). In diesem Fall sind regelmäßige Kontrollen erforderlich

Zur Therapie stehen uns neben diätetischen Maßnahmen hoch wirksame Säureblocker (Protonenpumpenhemmer) zur Verfügung.
Auch eine Allergie gegen verschiedene Lebensmittel kann zu Schluckstörungen führen (eosinophile Ösophagitis).
Die Diagnose wird durch Schleimhautproben gesichert.

Eine gezielte Behandlung ist möglich. Eine Pilzinfektion der Speiseröhre (Soorösophagitis) führt ebenso zu Schluckstörungen.
Diese kann bei der Spiegelung diagnostiziert und gezielt behandelt werden

Gastritis/Magengeschwür/Helicobacter pylori

Eine Magenschleimhautentzündung oder Gastritis kann einen akuten oder einen chronischen Verlauf haben.

Die Ursachen sind vielfältig, die Behandlung orientiert sich an Typ und Verlauf.
Während die akute Gastritis erhebliche Beschwerden macht, kann der chronische Verlauf eher unauffällig sein.

Beschwerden einer akuten Gastritis sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, manchmal Erbrechen, Druckgefühl im Oberbauch und unangenehmer Geschmack im Mund. Magenblutungen machen sich gegebenenfalls durch eine Schwarzfärbung des Stuhls bemerkbar.

Die Symptome der chronischen Magenschleimhautentzündung sind eher unspezifisch. Oberbauchbeschwerden können von Völlegefühl und Blähungen begleitet sein.

Die häufigste Ursache für eine chronische Gastritis ist neben der Einnahme von Medikamenten, insbesondere Schmerzmittel
(wie z. B. Ibuprofen, Aspirin, Diclofenac) eine Infektion mit Helicobacter pylori.

Helicobacter pylori ist ein für die meisten Träger ein harmloser Bewohner der Magenschleimhaut.

Über die Verbreitung in der Bevölkerung gibt es unterschiedliche Angaben, die Übertragung erfolgt offenbar in jungen Jahren auf unbekanntem Weg.

Andererseits beherbergt die überwiegende Anzahl der Patienten mit Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür diesen Keim im Verdauungstrakt.

Helicobacter wird für diese Ulkus-Erkrankungen verantwortlich gemacht und erhöht so indirekt das Magenkrebsrisiko.

Für den Nachweis stehen hauptsächlich zwei Methoden zur Verfügung.
Mit dem Urease-Schnelltest wird eine spezifische Reaktion der Bakterien in Gewebeproben nachgewiesen, die im Zuge einer Magenspiegelung  entnommen werden. Beim 13C-Atemtest trinkt der Patient eine Lösung, die Harnstoff mit markierten Kohlenstoffatomen enthält.

Der Harnstoff wird im Magen von den Bakterien zu Kohlendioxid umgesetzt, das dann in der Atemluft nachgewiesen werden kann. Der 13C-Atemtest ist derzeit nur zur Kontrolle einer Behandlung (Eradikation) oder bei Kindern zugelassen.

Eine Eradikationstherapie, bei der die Bakterien mit einer Kombination aus Antibiotika und einem säurereduzierenden Medikament (Protonenpumpenhemmer) abgetötet werden, steht bei Ulkus-Krankheit, Magenkrebs und bestimmten anderen Erkrankungen an.

Sie ist auch für enge Verwandte von Magenkrebspatienten oder auf Patientenwunsch hin möglich.